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Montag, 29. Dezember 2008

Gute Vorsätze


Einen großen Quilt will ich machen, aus Stoffen unserer Familien, einen Erinnerungsquilt. In diesem Bereich habe ich so wunderbare Werke gesehen. Besonders die Crazy Quilts haben es mir angetan, aber das ist so ein weites Feld. Weiter als bis zu diesem Puppenquilt habe ich es bisher nicht geschafft.


Und dann will ich auch weiter Puppen machen. Die Biegepüppchen haben übrigens über die Polly Pockets da oben gesiegt, wer hätte das gedacht. (Gearbeitet nach dem Buch "Biegepüppchen selbst gemacht", kann ich sehr empfehlen).


Vielleicht gerate ich ohnehin wieder in eine Miniaturenphase. Seltsam, daß sich die Welt der Miniaturenmacher und der Craft-Kreativen kaum kreuzen. (Streichholzschachtelhaus nach Anna-Carin Betzén, natürlich nur ein schwacher Abklatsch, und auch schon ziemlich kaputt).


Das Miniaturenmachen, das ist auch ein ganz ganz weites Feld, aber wenn ich schon mal dabei bin: Auf Seiten wie http://www.puppenhausmuseum.de/ kann ich mich gar nicht sattsehen. Und von dort darf ich auch Bilder benutzen:


(Das Regal hätte ich gern in groß)



Plans for next year: A Memory quilt, more dolls, more miniatures.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Arbeitsstörung

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"Arbeitsstörung:
Eine Arbeitsstörung liegt vor, wenn Sie alles daran setzen, sich von der eigentlichen Arbeit abzulenken."

Hier liegen mindestens zehn halbfertige Weihnachtsgeschenke, inzwischen ist mir ist noch eine Idee für ein elftes Geschenk gekommen. Es soll ein Brustbeutel in Form eines Katzenkopfes sein, und zwar unserem Kater möglichst ähnlich. Monsieur will sich aber nicht portraitieren lassen.

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Also suche ich im Internet nach "cat pouch" um mich zu inspirieren. Ich finde diesen Blog mit einem genialen Katzenkopf, der einen Fisch verschlingt. Ich lese dort ein bißchen weiter und finde Anleitungen für ein Furoshiki Patchwork Tuch, genau passend zu meinen Versuchen, Stoffstücke so zusammen zu nähen, daß die Nähte von beiden Seiten schön aussehen. (Für Spezialisten: Es braucht Kappnähte, englisch "french seam"). Und in dem Blog ist auch noch alles mit der Hand genäht!
Bei mir nicht:

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Dann erinnert mich in dem Blog ein anderer Eintrag daran, daß man aus alten Zeitschriften und dem ganzen Werbemüll wunderbare Tüten falten kann, ich muß es gleich mal wieder probieren. (Na, bei den Tüten auf dem Foto habe ich nicht Werbemüll verwertet, sondern einige der tollen Foto-Seiten aus dem Magazin "Chrismon").


Zusätzlich finde ich noch einen Eintrag übers Löcherstopfen, der mich entzückt. Habe ich doch oben im Schrank eine alte Kinderhose, die ich nur deshalb nicht weggeben kann, weil ich das Loch im Knie so nett gestopft hatte. In dem Blog heißt es zu dem Thema:

After we closed holes, they seem more important for us


Das ist eine so schöne Weisheit. All das hätte ich nicht gefunden, wenn ich keine Arbeitsstörung hätte. Und nach solchen Exkursionen weiß ich auch wieder, warum ich von Blogs weiterhin begeistert bin.


Instead of finishing christmas presents I keep finding blogs that interest me.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Schöne Bescherung

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Von den Nähbegeisterten weiß ich, daß sie jetzt abends vor ihren Maschinen sitzen und mit roten Wangen Weihnachtsgeschenke fertigstellen. Dies scheint mir der richtige Zeitpunkt, über

DAS SCHENKEN VON SELBSTGEMACHTEM

zu schreiben, was ich schon lange mal schreiben wollte.

An die Schenker:
Stundenlang habt ihr Duftkissen genäht, Marmelade gerührt, Plätzchen gebacken, Täschchen bestickt und Schals gestrickt. Ihr habt euch ausgemalt, wie sich die Beschenkten freuen werden. Ihr habt eure Liebe in die Produktion gegeben, seid stolz auf das Ergebnis, euer Herz hüpft ein bißchen vor Freude. Und dann, dann wird eure Arbeit entgegengenommen, es wird vielleicht gedankt aber nicht weiter kommentiert, das Werk verschwindet alsbald in einer Schublade. Ihr seid enttäuscht, etwas verpufft, eine Leere tut sich auf.

An die Beschenkten:
Ihr haßt gefilzte Topflappen, gehäkelte Babyjäckchen (diese Farbe! Unmöglich! Und auch noch aus Acrylgarn...), Schmuck aus Fimo, den beinharten Christstollen der Kollegin, Quittenmarmelade. Und nun müßt ihr auch noch Begeisterung heucheln. Könnt die stolzen Augen der Macherin nicht enttäuschen. Was soll ich bloß damit, denkt ihr. All diese Arbeit, ganz umsonst.

An die Schenker:
Denkt trotz aller Begeisterung vorher zweimal nach, ob ihr den Geschmack des Beschenkten trefft. Kleidung, Einrichtung, Lebensstil - paßt das zum eigenen Werk? Können die Beschenkten es wirklich gebrauchen? Oft vernebelt einem der überschießende kreative Prozeß in dieser Beziehung das Gehirn. (Ich finde das so toll, das muß doch jeder andere auch so toll finden). Wissen die Beschenkten, wieviel Arbeit die Herstellung gemacht hat? Wissen sie die Mühe zu würdigen? Besser sollte man seine Werke nur an diejenigen verschenken, die schon einmal laut und ausdrücklich und glaubwürdig ihr Bewundern geäußert haben, besser noch: "Kann ich dir das Abkaufen?" gefragt haben.

An die Beschenkten:
Egal wie wenig ihr mit dem Geschenk anfangen könnt, denkt an die Liebe, die hineingesteckt wurde. Es ist wirklich so, daß man, wenn man für jemanden etwas herstellt, die ganze Zeit diese Person im Kopf hat! Es ist im Grunde eine über tausende von Strickmaschen, Nadelstichen, Pinselstrichen, Handgriffen dauernde Liebeserklärung. Nehmt das Ding, das ihr in Händen haltet, als Symbol dieser Zuneigung und versucht, dafür zu danken.

Außerdem kann man das Ganze auch mit Humor nehmen, so wie die Mutter dieses von der Urgroßmutter bestrickten Babies.

So, nun kehre ich an die Nähmaschine zurück und arbeite an meinen Gaben. Natürlich in der Hoffnung, keine Fehlgriffe zu tun. Und wenn doch: Ich war jedenfalls mit Begeisterung bei der Sache.


The weeks before christmas are always a busy time for crafters, because they try to make the presents themselves. Giving selfmade gifts is however a tricky thing, because not everyone is fond of such presents. Better think twice if the receiving part will really like and appreciate the work. And for the recipient: Think about all the love that has been put into the present, even if you do not really like what has been given to you.

Freitag, 28. November 2008

Ein bißchen Paris


Brasserie Terminus Nord

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Musée Carnavalet

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Théâtre du Gymnase-Marie Bell


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Salon de Thé Angelina

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Mitgebracht: Zwei Bücher der wunderbaren, unglaublichen Léa Stansal, die sich ihr eigenes Universum häkelt, näht und stickt. Und dieses japanische Patchwork/Quiltbuch, das ich im Internet schon so oft betrachtet habe und nun endlich in Händen halte.


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A few pictures from Paris, where I found amazing Craftbooks as well. Two are of the french textile artist Léa Stansal, the other one is a japanese book I have wanted to have for a long time.

Donnerstag, 13. November 2008

Geschafft

Zwei Nächte Tüftelei und mein erstes selbstgenähtes Portemonnaie ist fertig. Es ist mir noch zu beulig und hat keine Naht, die nicht mindestens einmal wieder aufgetrennt wurde, aber der erste Alltagstest sieht ganz vielversprechend aus.

Materialien: Wachstuch, beschichteter Stoff (zwei Tischdecken mußten dran glauben, beide von Toile du Soleil), Reißverschluß eines alten Winterstiefels, Druckknopf. Innen gibt es mehrere Fächer für Geldscheine, Karten und Papiere, ein Reisepaß paßt auch hinein. Das Münzfach könnte noch ein bißchen besser einsehbar sein, weitere Tüfteleien stehen also an.

Wegen dieses und anderer Projekte war ich dann zu unserem ersten runden Hochzeitstag ziemlich übernächtigt. Ich hatte eigentlich gedacht, wir würden uns auf den Weg in ein trendiges Mitte-Restaurant machen, aber dann wurde meinem Gatten dies hier empfohlen. (Ja, so habe ich auch geguckt).
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Im Ergebnis haben wir in nächster Nähe zum Grauen Tauentzien/Joachimsthaler Straße in einem völlig authentischen Restaurant mit Gründerzeit-Deko tadellos gut gegessen. Wir hätten genauso in einem Landsitz auf der schottischen Hochebene zu Gast sein können. Der Charme, ja das Kuriose vieler westberliner Institutionen besteht gerade darin, daß sie die letzten fünfzig Jahre noch atmen. Viel spannender als irgendein cooler Hinterhofgeheimtip.




After two sleepless nights of thinking, trying, sewing and resewing I now have a prototype of a wallet with a cash compartement. The third night we went to a restaurant in a very ugly shopping district in the heart of Berlin-West. The restaurant was not the slightest bit "Cool Berlin" but much more authentic.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Girlande

Für diese Girlande habe ich einfach Notizzettel an ein schmales Geschenkband genäht und kam mir besonders pfiffig vor.


Danach habe ich dann weit aufwendigere Girlanden in 1-Euro-Shops gesehen, für - eben - einen Euro das Stück. Bei mir hat schon allein das Geschenkband mehr gekostet. Es bleibt mal wieder nur, sich an die Ethik und den Spaß des Selbermachens zu halten.
Und weil ich gerade beim Thema bin: Hier noch zwei Produkte aus diesem Monat. Eine Tasche (Recycling eines Einkaufsbeutels mit Werbeaufdruck) und, ja, ein erster Quilt, ein ganz kleiner. Dazu aber ein andernmal mehr. In der Welt der Quilts stehe ich noch ganz am Anfang, voller Ehrfurcht.
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A garland made of paper sewn on a ribbon, a bag and part of a small quilt, my first attempt in quilting.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Andere Welt

Unverhofft bin ich für ein paar Stunden vom westlichen Waldrand in den Prenzlauer Berg geraten. Lange war ich nicht mehr da.

Ja, alles stimmt, was man so hört. Überall Kleinkinder mit ihren trendigen Eltern (Hintergründe dazu hier). In die pastellig geschmackvollen Geschäfte führen Rampen für die Kinderwagen, die Cafés haben Kindertische, es gibt einen "Kinderdentisten", dessen Praxis wie ein blaues Raumschiff leuchtet, und Babysitter preisen sich in laminierten Aushängen mit flotten Fotos und witzigen Texten an.

Rund um den Kollwitzplatz reiht sich ein kreatives Geschäft an das andere. Und hier wurde mir auch klar, daß diese ganze bunte Handarbeitsproduktion, der ich seit Monaten erliege, in solchen Gegenden im Überfluß zu haben ist. Vichykaro-mit-Fliegenpilz-und Matroschka-Täschchen, Dino aus Retrostoff auf T-Shirt appliziert, Schlüsselanhänger mit Rotkäppchenborte, Lätzchen aus Pünktchenstoffen. Warum hat sich das dort noch keiner übersehen? Es wird sicher nicht mehr lange dauern. Im Bewußtsein dieses drohenden Overkills hier schnell einige Ergebnisse meiner letzten Nähphase:


Wärmflaschenbezug

Kirschkernkissen

Stoffwesen nach Molly Chicken (Blog mit sehr britischem Humor, habe viel gelacht)




Lätzchen, Tischsets und Täschchen
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A few hours in Prenzlauer Berg, one of the trendy quarters of Berlin with a very hight rate of young families and shops that cater to their needs and tastes. I saw so many things that look like the things I sew that I was a little fed up with it in the end.

Dienstag, 23. September 2008

Einschlagen

My japanese friend belächelt meine Zakka-Begeisterung ja immer ein bißchen. Diesmal kam sie aus Tokio mit der Kunde zurück, dort nähe man nicht mehr, dort falte und knote man! Und sie brachte mir ein Stück Stoff und zwei Ringe mit, woraus man durch zweimal Knoten diese nette Handtasche machen konnte.

Der Trend nennt sich Furoshiki und beruht auf der japanischen Tradition, Geschenke oder Dinge, die zu transportieren sind, in Stofftücher einzuschlagen. Weil so Plastiktüten vermieden werden, hat das japanische Umweltministerium die gebräuchlichsten Faltungen auf seiner Homepage eingestellt. Und in der Blogwelt gibt es natürlich auch schon jede Menge furoshiki-Anleitungen, z.B. hier für die Ringtasche.

Ich durfte dann auch noch zwei japanische Anleitungsbücher hier behalten, in denen alles mögliche verpackt und zugeknotet wird. Unter anderem Boxen für Kosmetiktücher.

Hier habe ich erstmal mit Krepppapier geübt und bin schon ganz zufrieden. Ach könnte man doch alles verpacken und einschlagen, was das Auge beleidigt.

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My japanese friend came back from Tokyo telling me about the furoshiki trend. She gave me a set to knot a handbag out of a furoshiki-cloth and two rings. And she lent me books about wrapping. I tried the kleenex-box wrap and used paper instead of fabric for a start.

Samstag, 30. August 2008

La Rentrée

Montag fängt hier in Berlin die Schule wieder an - genauso wie in Frankreich. Die Fanzosen haben sogar ein eigenes Wort für diesen Zeitpunkt, mit dem nach den Ferien auch das gesamte öffentliche Leben wieder anfängt: La Rentrée. La Rentrée ist ungeheuer wichtig, markiert ein von allen beachtetes Jahresereignis, ja fast eine eigene Jahreszeit. Alle Zeitungsschlagzeilen gehen darauf ein, jede Werbung zitiert La Rentrée.

Für La Rentrée in Berlin mußte ich wieder an die Nähmaschine, diesmal habe ich die Arbeitshefte für die Schule in Plastikfolie eingenäht. Bücher gibt es ja leider nicht mehr. Das Nähen ging ganz einfach, nun muß der Alltagstest zeigen, ob die Schutzhüllen bis zum Ende des Schuljahres halten.
Mit Buchhüllen experimentiere ich schon eine Weile, hier ein Cover für einen Liebesroman:

Donnerstag, 26. Juni 2008

Nähabend

Ja, das Nähen liegt so sehr in der Luft, daß sich eine ganze Reihe Begeisterte fanden, die zusammen nähen wollten. Konzentriertes Arbeiten über Stunden, es war möglich!

Und hier die Ergebnisriege:

Vielen Dank, ihr wart toll, fabulous, amazing, stunning - auf Englisch kann man so schön schwärmen. Ihr habt mir Internet-Junkie mal wieder vor Augen geführt, daß die virtuelle Welt nicht die Welt ist.

Real Sewing Workshop - much better than virtuality.

Montag, 16. Juni 2008

Mein erster SWAP

Die Handarbeitsgemeinschaft im Netz liebt den Tausch von selbstgemachten Sachen - sogenannte Swaps. Ich habe dem immer passiv zugesehen, aber jetzt mußte ich mal mitmachen und dafür meine Versuche mit Stoffdruck wieder aufnehmen. Ich bin mit dem Druckbild noch immer nicht zufrieden (mal zu schwach, mal zu schmierig), habe aber ein Versuchsstück schon mal in einem Täschchen verarbeitet.

Jesse in Südafrika bewundere ich schon lange für ihre selbstgedruckten Stoffe - und nun hatte sie einen Swap vorgeschlagen. Alle die mitmachen schicken sich gegenseitig 20x20 cm große im eigenen Design handbedruckte Stoffstücke. Ich habe mein Quadrat heute abgeschickt und freue mich darauf, aus Südafrika einen von diesen wunderbaren Linoldrucken zu erhalten:

Jesse hat in ihrem Blog auch eine sehr gute Anleitung für ihren Stoffdruck. Nun sollen wir in unseren Blogs eigentlich weitere Swaps anregen, aber ich fürchte, hier lesen nicht so viele Stoff-Selbstbedrucker mit. (Eine fällt mir allerdings ein, also C, wollen wir swappen?)


Jesse has such amazing prints. I am taking part in a swap she started, looking forward to other swaps. My prints still do not come out the way I want them (the amount of paint is the problem, either too little or too much), but I used one of my squares for a little bag anyway.

Montag, 9. Juni 2008

Stoffgeschäfte in Berlin


Das Nähen liegt überall um mich her in der Luft und ich werde gefragt, wo ich meine Stoffe kaufe. Hier meine Erfahrungen:
Bei Wertheim am Kudamm stöbere ich sehr gern, da komme ich auch am ehesten vorbei. Es gibt immer wieder Lieferungen mit guten Stoffen, die zu Sonderpreisen angeboten werden, so zum Beispiel der rot-weiße Stoff der Taschentüchertasche (Tatüta) im Bild oben. Man muß nur Spaß am Wühlen haben um die Perlen zu finden. Das gleiche gilt für den Stoffgroßhandel Hüco beim S-Bahnhof Jungerfernheide. Lagerregal nach Lagerregal mit Überraschungen, da müßte ich mich eigentlich nachts mal einschließen lassen. Meine dritte Quelle für günstige und gute Stoffe ist natürlich Ikea. Hier ein Kosmetiktäschchen aus einem Ikea-Stoff. Das schönste Stoffgeschäft ist Frau Tulpe im Prenzlauer Berg, das ist für mich nur leider so weit weg. Dort gibt es Stoffe mit retro-modernen Drucken, so wie sie mir bei meinen Streifzügen durch die internationale Näh-Szene im Internet immer wieder begegnen. Das gleiche gilt für den Onlineshop Volksfaden, deren Inhaberin auch in Berlin sitzt. Dort stöbere ich gern virtuell und träume von den schönen Farben und Mustern. Ich habe noch nichts bestellt, weil ich Stoffe doch irgendwie lieber erstmal anfasse. Aber sobald ich bei meinen Nähprojekten nicht mehr so viel Ausschuß produziere, will ich mir dort und bei Frau Tulpe öfter mal was leisten.
Nachtrag im Oktober 2008: Wertheim heißt jetzt Karstadt, macht auf edel und hat nur noch eine kleine 08/15 Stoffabteilung ohne Stöberfaktor.
These are the places in Berlin where I buy or would like to buy my fabrics.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Momentan frei

Ich muß mir eine neue Tasche für zukünftige Habseligkeiten machen. Diese hier, inspiriert von einem japanischen Nähbuch, hat schon verschiedene Stadien durchlaufen, hat aber immer noch zu viele Mängel im Detail. Ich übe ja noch.
Die alte Tasche mit Inhalt ist fort, wohl für immer. Ich hatte viel Pech.
"My house burnt down. Now I can better see the rising moon." lautet ein Haiku.
Hier ist nichts abgebrannt, aber ich habe ich all die Dinge nicht mehr, die man mitnehmen muß, wenn man das Haus verläßt. Insofern bin ich frei - es gibt nichts mehr herumzuschleppen. Nichts mehr, auf das man achten muß. Und das geht. Nur ein dumpfes Gefühl in der Magengrube, die Frage, wer jetzt durch meine Habseligkeiten wühlt. Mein Skizzbuch, wie ein Tagebuch, schaut es sich jemand an? Oder liegt es schon aufgeweicht auf einer Halde? Trägt jemand meine Brillen? Telefoniert mit meinem Handy? Geht mit meiner Jahreskarte ins Museum? Bin ich ein neues Projekt von Sophie Calle?
Auch der Beruhigungs-Eisbecher hat nicht lang gewirkt. Es müssen schon Haikus und die Zeit sein, die das Adrenalin abbauen.
I am working on a new bag. The old one with all its content is gone.

Sonntag, 1. Juni 2008

Schöne alte Stoffe

Heute habe ich Reste von alten Kimono-Stoffen geschenkt bekommen. Ich bin immer wieder begeistert über die Muster, die Farben und das schönen Material. Ich werde mich sicher wieder nicht trauen, hineinzuschneiden.
Löwenzahn, Apfelblüte, Iris, alles ist da. Bei der Iris muß ich gleich an van Gogh denken, der den klaren japanischen Stil bewundert hat und Motive wie die Iris in seine Malerei übernommen hat (Ausschnitt);Bei dem Kalligrafie-Workshop heute hat uns die Konzentration gut getan, mit der man die Zeichen übt. Dies hier bedeutet "Fliege" (ungefähr: "mushi"). Wer uns kennt, weiß vielleicht schon, wer aus unserer Familie diesen -allgemein bewunderten- Schriftzug geschaffen hat.
Privater werde ich jetzt hier nicht mehr. Dieser Blog soll über Kunst und Handwerk sein, das genügt. Daher habe ich einige frühere Einträge, die einen anderen Fokus hatten, gelöscht.

A wonderful gift: Fabric from antique kimonos. The japanese style made me think of van Gogh's love for japanese arts and crafts. We also tried calligraphy with a japanese teacher today. Makes the mind very peaceful. Domo Arigato again.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Wie alles anfing - Nadelkissen

Im Februar bin ich zufällig in die Blogwelt geraten, als ich im Internet nach einem Schnitt für ein Last-Minute-Nähgeschenk suchte. Die untereinander vernetzten Nähblogs und Flickr-Groups boten so eine Fülle von Ideen, daß es mich umhaute. So vieles wollte ich auch probieren! Ganz oben auf der Liste standen die wunderschönen kleinen Nadelkissen, die ich überall sah. Besonderes dieser Blogheader einer Frau, die Nadelkissen für Liberty in London herstellt, hatte es mir angetan. Nach einigen Recherchen bin ich zu dem Schluß gekommen, daß diese fünfteilige Form eigentlich aus der japanischen Tradition kommt und dort eine Pflaumenblüte darstellen soll.

Aber es gibt auch viele andere Varianten dieser kleinen knuffigen Skulpturen. Allein eine Recherche bei Flickr nach "pincushions" ergibt über 12.000 Ergebnisse. Zum Glück kann man in "clustern", Schwerpunkten, recherchieren. Hier zum Beispiel ist zu sehen, daß meine Versuche nur ein kleiner schüchterner Abklatsch all dessen sind, was draußen im Netz zu finden ist. Die Nadelkissen sind auch leicht nachzumachen. Die Anleitungen sind zwar auf Englisch, die Bilder sollten aber genügen: Nadelkissen rund , quadratisch mit Patchwork, im Flaschendeckel, nochmal rund.
Besonders gern mag ich auch die (wohl ebenfalls ursprünglich aus Japan kommenden) Nadelkissen in Walnußschalen. Ich habe mir extra Walnußhälften gesucht, die ein Eichhörnchen im letzen Herbst von unserem Nußbaum geworfen hat. Mir gefällt dieses sentimentale Element.
Dann kam ich auf die Idee, Muschelhälften zu benutzen. Diese Nadelkissen benutze ich am häufigsten. Und sie sind auch mit Erinnerungen verbunden - wir haben die Muscheln am Strand vor Barcelonas Flughafen aufgesammelt, während wir auf unseren Rückflug warteten.

I am again in sewing mood. Here are some examples of the long to-do-list I am working on. Everything is inspired by what I found online when I first discovered the world of creative blogs and flickr groups a few months ago. (Maybe) my own twist: Walnut halfes left over by a squirrel in the back of our house, shells found on Barcelona's beach this winter - little sculptures with a meaning.