
Wenn eine Kunstmesse schon unmittelbar in meiner Nachbarschaft stattfindet, muß ich auch hingehen. Also war ich gestern beim Art Forum 2008. Es gab zu meinem Glück viel Zeichnung und Malerei, das Terrain, das mich am meisten interessiert. Ich hatte mich darauf gefreut, hier darüber zu berichten und meine Fotos dazu zu zeigen. Das darf ich aber wohl gar nicht. Die Juristin in mir hat ordentlich recherchiert und festgestellt, daß ich auf der Messe zwar Kunst fotografieren darf, aber diese Bilder hier nicht ohne Zustimmung der Künstler bzw. Galerien veröffentlichen darf. Lohnt es sich, solche Zustimmungen für einen privaten Blog einzuholen, der nur so nebenbei betrieben wird? Nein, dafür fehlt Zeit und Energie. Es widerspricht auch einem spontanen, aktuellem Arbeiten.
Das absurde Ergebnis: Ich kann hier über unbekannte Künstler, denen auch die kleinste Art von Öffentlichkeit sicher gut tun würde, nicht berichten. Die meisten, deren Namen ich mir notiert habe, habe keine eigene Homepage und sind auch sonst mit ihren Werken im Internet kaum vertreten, so daß ich hier noch nicht einmal eine vernünftige Verlinkung setzen kann. Und ein Blogeintrag über Künstler ohne Bebilderung ist sinnlos.
Dennoch hier wenigstens einige Namen, vielleicht googelt sich da ja mal jemand von denen selbst und gibt mir eine Generalzustimmung. Ich habe z.B. gemocht: Karen Yasinsky (Zeichnungen), Yesim Akdeniz Graf, Wojciech Glogowski (dunkle Ölbilder). Natürlich bin ich auch mit selektiver Wahrnehmung über die Messe gelaufen und habe lauter Stoffkunst (z.B. Ruth May) und bunte Muster entdeckt, (z. B. Sun Young Byun). Die einzige Truppe, auf die ich erfolgreich verlinken kann, ist die
Royal Art Lodge. Diese kleinen Bilder in einer langen Reihen wirkten sehr gut.
Zum Thema Blog und Urheberrecht am Bild kann ich auf
diesen und
diesen Artikel verweisen. Das Ganze ist auch nicht nur ein Hirngespinst. S0 hat zum Beispiel der Künstler Hans Haacke einer Blogbetreiberin untersagt, Fotos von seinem
Kunstprojekt im Hof des Bundestages (Titel: "Der Bevölkerung", finanziert mit öffentlichen Mitteln) in ihrem Blog zu veröffentlichen (näheres
hier). Und von den Abmahnanwälten will ich hier erst gar nicht anfangen.
Mein Foto oben von der Fassade des
Cafés "November" im Prenzlauer Berg ist im übrigen von der sogenannten
"Panoramafreiheit" gedeckt. Aber auch für diese Erkenntnis habe ich viel zu viel Zeit verbraucht. Nun lieber schnell weg vom PC und zurück zum Erschaffen eigener Werke.
Nachtrag am 14.11.2008: Nun habe ich zum Glück bei
Superernie aus Rotterdam bebilderte Berichte vom Art Forum und den anderen Berliner Kunstveranstaltungen gefunden. Dank U wel! Und dann kam mir noch die Idee, mal bei Flickr zu suchen, natürlich gibt es da jede Menge Fotos vom
Art Forum 2008. Wahrscheinlich bin ich viel zu ängstlich. Berufskrankheit Bedenkentragen.
I visited the "Art Forum", a fair for contemporary art here in Berlin. German Copyright Laws do not allow me to show the photos I took there. It is really sad that I cannot help making young unknown artists more popular.